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Warum Frauen für ihre Karriere mehr brauchen als harte Arbeit

Viele Frauen glauben noch immer an eine einfache Karriereregel: Wer hart arbeitet, kommt automatisch weiter. Doch die Realität sieht oft anders aus. Während Frauen Projekte retten, Überstunden machen und Teams zusammenhalten, entscheidet über den nächsten Karriereschritt häufig etwas anderes: Sichtbarkeit.

Oder, wie Katharina Lages-Willner es formuliert:

„Karriere ist kein Fleißwettbewerb.“

Die Gründerin von HeartBrain Consulting und Co-Präsidentin von Business and Professional Women (BPW) Germany setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Frauen in Wirtschaft und Politik sichtbarer werden. Über ihr Engagement im BPW arbeitet sie auch international zu Gleichstellungsthemen – unter anderem im Umfeld der Vereinten Nationen und von UN Women.

Im Gespräch mit Belle&Yell erklärt sie, warum Leistung allein für Frauenkarrieren oft nicht reicht – und welche Strategien Frauen wirklich nach vorne bringen.

Katharina Lages-Willner, HeartBrain Consulting

Gute Arbeit reicht nicht

Viele Frauen glauben an ein Prinzip, das man als Karriere durch Leistung bezeichnen könnte: Wer fleißig arbeitet, wird irgendwann entdeckt.

Doch diese Logik funktioniert in vielen Unternehmen nicht.

„Das fleißige-Lieschen-Modell haben wir lange genug ausprobiert – und es hat uns nicht zum Erfolg geführt.“

Natürlich ist Leistung wichtig. Doch sie ist nur ein Teil des Karrierepuzzles. Ebenso entscheidend sind häufig:

  • Sichtbarkeit im Unternehmen
  • Strategische Netzwerke
  • Präsenz bei Entscheidungsträgern
  • Klare Positionierung

Gerade für Frauen bedeutet das: Gute Arbeit allein reicht selten aus, um Karriere zu machen.

Viele bleiben lieber am Schreibtisch, um Projekte perfekt abzuschließen. Andere gehen zum Branchenevent, stellen sich vor, tauschen Visitenkarten aus – und werden gesehen.

Und wer gesehen wird, wird erinnert.

Die gläserne Decke ist real

Trotz Fortschritten sind Frauen in Führungspositionen weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Besonders im Top-Management großer Unternehmen ist der Anteil weiblicher Führungskräfte noch immer niedrig.

Die sogenannte gläserne Decke beschreibt genau dieses Phänomen: Frauen stoßen trotz Qualifikation und Erfahrung an unsichtbare Grenzen.

Denn bei der Besetzung von Führungspositionen spielen oft zusätzliche Faktoren eine Rolle:

  • Informelle Netzwerke
  • Strategische Allianzen
  • Machtstrukturen innerhalb von Organisationen

Kompetenz allein entscheidet selten über den Aufstieg.

Karriere braucht Strategie

Karriere entsteht selten zufällig. Erfolgreiche Laufbahnen folgen häufig einer klaren Strategie.

Katharina Lages-Willner beschreibt Karriereplanung deshalb gerne wie ein Schachspiel:

  • Wer trifft die Entscheidungen?
  • Welche Interessen treiben diese Personen an?
  • Wie kann ich meine Themen sichtbar machen?

Gerade für Frauen kann es entscheidend sein, strategisch zu denken und Netzwerke aufzubauen, statt darauf zu warten, entdeckt zu werden.

Ein häufiger Fehler: Frauen gehen davon aus, dass Leistung automatisch wahrgenommen wird.

Doch Karriere funktioniert selten so.

Wer aufsteigen möchte, sollte klar kommunizieren:

  • welche Leistungen erbracht wurden
  • welche Ziele verfolgt werden
  • welche Position als nächstes angestrebt wird

Denn Führungskräfte können nur fördern, wen sie kennen.

Erfolg hat viele Formen

Ein weiterer Mythos: Erfolg bedeutet automatisch Vorstand oder Aufsichtsrat.

Doch nicht jede Karriere muss im C-Level enden.

Viele Frauen gestalten Unternehmen, Gesellschaft und Politik auch außerhalb dieser Positionen entscheidend mit.

Die wichtigste Regel lautet deshalb:

„Glaube dir selbst mehr als den Erwartungen anderer.“

Denn Karriere bedeutet vor allem eines: den eigenen Weg zu gehen.

Definition: Karriere für Frauen

Karriere für Frauen beschreibt den beruflichen Aufstieg von Frauen in Organisationen und Unternehmen. Neben fachlicher Leistung spielen Faktoren wie Sichtbarkeit, Netzwerke und strategische Positionierung eine entscheidende Rolle.

Fakten: Frauen in Führung

  • Frauenanteil in Führungspositionen in Deutschland: etwa 29 %
  • Frauenanteil in Vorständen großer Unternehmen: unter 20 %
  • Gender Pay Gap in der EU: rund 13 %

Diese Zahlen zeigen: Der Weg zu mehr Gleichstellung in Wirtschaft und Führung ist noch lang.

FAQ: Karriere für Frauen

Warum kommen Frauen im Job oft langsamer voran?
Neben Leistung spielen Netzwerke, Sichtbarkeit und Zugang zu Entscheidungsträgern eine wichtige Rolle.

Was hilft Frauen beim beruflichen Aufstieg?
Strategische Karriereplanung, berufliche Netzwerke und klare Positionierung.

Ist Karriere nur eine Frage der Leistung?
Nein. Leistung ist wichtig, aber oft entscheiden auch strukturelle Faktoren über Aufstiegschancen.

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