Wie Ulrike C. Strasser mit #OneMillionWomen das System herausfordert – und verändert

Sie ist Executive Coach, Strategieberaterin, LinkedIn Top Voice – und Initiatorin einer der ambitioniertesten Bewegungen für weibliche Sichtbarkeit in Europa: #ONEMILLIONWOMEN. Ulrike C. Strasser will nicht weniger, als das System verändern. Ihr Mittel? Sichtbarkeit. Ihr Ziel? Eine Million Frauen ins Rampenlicht holen.

Doch der Weg dahin ist alles andere als ein LinkedIn-Spaziergang.

Von Einzelcoaching zu Systemveränderung

Ulrike war lange Executive Coach in der Beratung, arbeitete mit kleinen Gruppen und Einzelklientinnen. Frauen stärken, Klarheit schaffen, Potenziale entfalten – alles wunderbar. Und doch kam irgendwann die Erkenntnis: „Ich helfe den Frauen zu überleben – aber ich helfe nicht, das System zu verändern.“ Denn das patriarchale Business-System bleibt bestehen, wenn wir es nicht explizit herausfordern.

Deshalb startete sie am Weltfrauentag 2024 #ONEMILLIONWOMEN. Kein kleines Frauennetzwerk, keine 100 Top-Frauen – sondern die Vision einer Million. Eine Million Frauen, die sichtbar werden. Die ihre Stimme erheben. Die sich zeigen.

Warum Sichtbarkeit der Schlüssel ist

„Visibility is key“, sagt Ulrike. Denn Sichtbarkeit verändert nicht nur Bilder im Außen, sondern Denkstrukturen im Kopf. Wer keine Frauen in Führungsrollen sieht, fragt keine Frauen an. Wer sie nicht sprechen hört, lädt sie nicht ein. Wer keine Vielfalt kennt, bleibt beim Altbewährten – meist: männlich, weiß, mächtig.

Das sogenannte Visibility Gap zeigt: Nur 18 Prozent aller Medienbeiträge drehen sich um Frauen. 82 Prozent? Männersache. Das macht was mit unserer Wahrnehmung. Auch mit unserer Selbstwahrnehmung.

Sichtbar sein heißt: sagen, was du zu sagen hast

Für Ulrike bedeutet Sichtbarkeit: sich zeigen, gehört werden, Haltung beziehen. Aber sie weiß auch: Frauen sind oft geprägt von „Sei perfekt“ und „Pass dich an“. Zwei Regeln, die uns in der Unsichtbarkeit halten.

Viele Frauen glauben, sie müssten erst ein abgeschlossenes Doktorat, eine Coachingausbildung und ein LinkedIn-Profil mit 500+ Kontakten haben, bevor sie überhaupt was sagen dürfen. Dabei reicht: das, was da ist. Die eigene Perspektive. Die eigene Geschichte.

15.000 Nominierungen – und unzählige Gänsehautmomente

Mittlerweile wurden über 15.000 Frauen für #ONEMILLIONWOMEN nominiert. Und jede einzelne löst etwas aus. Bei anderen. Und bei Ulrike selbst. „Ich hätte nie gedacht, wie viel Herzarbeit da drin steckt“, sagt sie. Besonders berührt hat sie ein Moment, in dem eine Nominierte einen ihrer Sätze ausgedruckt und an den Kühlschrank gehängt hat.

Das ist kein Coaching. Das ist Kulturarbeit. Und zwar dringend notwendige.

Female Role Models? Ganz normale Frauen.

Ulrike spricht von „Alltags-Vorbildern“. Nicht Superheldinnen, sondern Frauen, die trotz Widerstand ihren Weg gehen. Die im System bestehen – oder es Stück für Stück verändern. Frauen, die anderen Orientierung geben, nicht durch Perfektion, sondern durch Echtheit.

Die Sichtbarkeit dieser Vorbilder ist essenziell. Denn: „Wenn wir niemanden sehen, der so ist wie wir, glauben wir nicht, dass es möglich ist.“

Und was können Unternehmen tun?

Viel. Sehr viel. Ulrike fordert nicht nur Aufmerksamkeit und Marketingkampagnen. Sie fordert echte Veränderung: „Unternehmen müssen Performance-Kriterien neu definieren. Was bedeutet Erfolg eigentlich – und für wen?“

Frauen führen oft anders: kooperativer, teamorientierter, langfristiger. Doch bewertet wird häufig nach kurzfristiger Sichtbarkeit, Lautstärke und Machtpräsenz. „Wir brauchen neue Maßstäbe. Nur dann können wir Diversität wirklich leben – und nicht nur simulieren.“

Blick nach vorne: Europa, wir kommen!

Ulrikes Ziel ist ambitioniert – und international. #ONEMILLIONWOMEN ist längst kein deutsches Projekt mehr. Frauen aus Frankreich, England, der Ukraine sind dabei. Nominierungen kommen aus ganz Europa. „Wir müssen als Kontinent zusammenstehen“, sagt sie. Gerade jetzt. Gerade in Zeiten, in denen Rückschritte drohen.

Ihr Wunsch für die nächste Generation? Zwei einfache Worte: „Sei mutig.“ Diesen Satz hat schon Emma geprägt, Deutschlands bekannteste feministische Zeitschrift.

Und wenn du dich noch nicht mutig fühlst? Dann fang klein an. Nominiere eine Frau. Tritt aus der Komfortzone. Sag, was du zu sagen hast.

🧠 Frauen arbeiten. Punkt.

Erwerbstätige Frauen in Europa (15–64 Jahre, 2023):

  • 🇩🇪 Deutschland:
    20,0 Mio. Frauen arbeiten – fast so viele wie Männer (21,2 Mio.)
  • 🇫🇷 Frankreich:
    14,6 Mio. Frauen im Job – Männer: 15,9 Mio.
  • 🇪🇺 EU gesamt:
    98,5 Mio. Frauen vs. 111,4 Mio. Männer

Was auffällt:
Frauen sind längst ein gleichwertiger Teil der Arbeitswelt –
aber noch lange nicht gleich sichtbar.

Was das heißt:
Wir haben kein Talentproblem. Kein Ambitionsproblem. Kein Qualifikationsproblem.
Wir haben ein Sichtbarkeitsproblem. Und das lösen wir – gemeinsam.

So funktioniert #ONEMILLIONWOMEN

1. Nominiere weibliche Vorbilder in deiner Arbeitsumgebung:
Kollegin, Chefin, Mitarbeitende, Partnerin…. am besten 10 Deiner Vorbilder.
Nutze dazu diesen Link

2. Sichtbar werden
Du und deine Nominierten werden in verschiedenen Formaten sichtbar gemacht: mit Bild und Bio.

.

3. Den „Power of 10“ nutzen
Jede nominierte Frau kann weitere 10 Frauen vorschlagen. So wächst das Netzwerk – Frau für Frau.

4. Teil der Bewegung sein
#ONEMILLIONWOMEN ist mehr als eine Liste. Es ist ein Weckruf: an Medien, Unternehmen, Politik – und an uns selbst.

Ziel: 1.000.000

sichtbare Frauen

Status: 15.000+

Nominierungen

Nächstes Ziel: 100.000+

bis zum Weltfrauentag

Regula Bathelt

Regula ist Mitgründerin und CEO von Belle&Yell. Als internationale Marketing- und Branding-Expertin hat sie zahlreiche Marken betreut und mit Unternehmen wie AUDI und der Deutschen Telekom zusammengearbeitet. Mit über 30 Jahren unternehmerischer Erfahrung in TV, Werbung und Digital Business verbindet sie Kreativität mit strategischem Weitblick. Sie war als Wirtschaftsjournalistin und TV-Produzentin für Sender wie ZDF, RTL und Pro7 tätig, bis sie 1997 die Kommunikationsagentur SMACK Communications mitgründete. Bis heute unterstützt SMACK innovative und dynamische Unternehmen bei der erfolgreichen Vermarktung ihrer Produkte und Dienstleistungen. Regula ist überzeugte Europäerin, Wasser ist ihr Element und sie liebt Lesen, Schreiben, Sport und Hunde.

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