Früher galt es als mutig, heute ist es fast selbstverständlich: Immer mehr Frauen ab Mitte 40, 50 oder 60 reisen allein. Sie nehmen sich die Freiheit, ihre Wege selbst zu bestimmen – ob in Bangkok, in Barcelona oder beim spontanen Kurztrip mit dem Deutschlandticket.
Zwei Frauen erzählen, wie unterschiedlich Solo-Reisen aussehen können – und warum sie beide zum selben Fazit kommen:
Allein reisen macht stark.
Uli (56): Abenteuergeist auf zwei Rädern
Wenn Uli reist, packt sie leicht. Kein Koffer voller „was-wäre-wenn“-Outfits, sondern Basics, ein Scooter vor Ort – und ein offenes Herz.
Sie liebt es, morgens zu entscheiden: Heute bleibe ich. Morgen fahre ich weiter.
Ihre Lieblingsregion? Südostasien. „Dort habe ich erlebt, dass Alleinsein nicht gleich Gefahr bedeutet“, sagt sie. Menschen helfen, laden ein, geben Tipps – für sie ist Reisen ein permanentes Spiel zwischen Rückzug und Begegnung.
„Allein reisen hat mir gezeigt, wie stark ich wirklich bin.“
Party-Hotspots meidet sie, stattdessen zieht es sie auf Inseln oder in kleine Tempelorte. Und sie sagt: „In Stuttgart würde ich nachts nicht allein losziehen. In Bangkok schon. Verrückt, oder?“
Bettina (63): Kultur, Selbstbewusstsein & kleine Fluchten
Bettina ist keine Backpackerin, sondern Flaneurin. Sie reist mit kleinem Koffer und großem Kopf voller Pläne: Romane, Hörbücher, Ausstellungen.
Als Lehrerin ist ihre Zeit begrenzt – also nutzt sie Städtetrips und Kurzreisen maximal aus. Im Museum bleibt sie, so lange sie möchte. Im Café gönnt sie sich noch einen zweiten Cappuccino. Und wenn sie Lust auf Gesellschaft hat, spricht sie einfach Menschen an.
„Jeder Schritt, den du gehst, macht dich mutiger.“
Selbst Mini-Auszeiten zählen: Klappliege im Kofferraum, spontan an den Rhein, zwei Stunden mit Buch und Proviant – Urlaub im Kleinformat.
Ihre Bucketlist für die Rente ist lang: Buenos Aires, Alaska, Japan. „Früher hatte ich kein Geld, später keine Zeit. Jetzt habe ich beides.“


Mehr als nur ein Trend
Ob nach einer Trennung, aus purer Lust oder weil keine Begleitung Zeit hat: Immer mehr Frauen entdecken das Alleinreisen für sich. Und sie alle berichten das Gleiche – dass sie mutiger, unabhängiger und klarer zurückkommen.
Eine Studie zeigt:
- 60 % reisen für Freiheit
- 45 % für Selbstwert & Unabhängigkeit
- ein Drittel schlicht, weil Reisebegleiter fehlen
Kurz: Solo-Reisen sind eine Bewegung.
Selbstwirksamkeit statt Sicherheitsnetz
Unterwegs navigieren, verhandeln, planen – viele Frauen merken erst allein auf Reisen, wie stark sie wirklich sind. Oder wie es Alison Browne, Autorin von Solo Travel Over 50, sagt:
„Hell, YES“ zum Alleinreisen über 50. Spring über deinen Schatten, tanze auf den Straßen – und mach es einfach, weil du es kannst.“
Und das Beste: Wer allein reist, kommt am Ende nie allein zurück.

Safety First
- Always share your location: Familie oder Freund:innen wissen lassen, wo du bist
- Safety-Apps nutzen: z. B. bSafe oder Geosure
- Lokale Tipps beachten: Kleidungsvorschriften, Nachtfahrten, sichere Stadtviertel
- Kopie deiner Papiere digital sichern

Plattformen & Inspiration
- NomadHer – Internationale App & Community
- Adventurous Kate – Solo-Frauen 40–75
- Pink Compass – Mutmach-Blog aus Deutschland
- Solo Female Travelers Club – 300.000 Mitglieder weltweit
- Sisterhood Travels – Gruppenreisen ab 45
👉 Und du? Wann gönnst du dir dein erstes Solo-Abenteuer?
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Dagmar Thiam
Dagmar ist Mitgründerin und CMO von Belle&Yell. Die erfahrene TV- und Bühnenmoderatorin mit mehr als 25 Jahren internationaler Expertise war auch lange Jahre als Sportjournalistin tätig. Sie ist seit mehr als zwei Jahrzehnten Unternehmerin mit einem Diplom in Betriebswirtschaft und internationalem Marketing. Neben ihren Tätigkeiten in Medien und Wirtschaft ist Dagmar auch ausgebildeter Einzel- und Teamcoach und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Ihr breitgefächertes Fachwissen macht sie zu einer anerkannten Expertin für persönliches und berufliches Empowerment. Die zweifache Mutter liebt Sport (ehemalige Beachvolleyballerin), Groß-Familie, lebhafte Tischgespräche und Baumärkte.



